Christoph Koch

Wollt grad sagen.

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“Bei BP herrscht das Diktat der knallharten Kostensenkung” – Interview zur Ölkatastrophe mit dem Geologen Jeremy Leggett

28. July 2010 von christophkoch· Neon

JEREMY LEGGETT arbeitete für die Ölindustrie. Bis er kündigte und sich Greenpeace anschloss. Für die Katastrophe im Golf von Mexiko macht der Geologe und Solarunternehmer die Unternehmenskultur von BP verantwortlich – und den absurd großen Hunger der Menschen nach Öl.

Mister Leggett, wie konnte es zur verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko kommen?

Es wurde seitens des Unternehmens anscheinend nicht in Betracht gezogen, dass der Blow-out-Preventer, also der Abdichtkopf des Bohrlochs, versagen könnte. Das ist das eine. Hinzu kam, dass das Versiegeln des Bohrlochs mit Zement in einer Tiefe von 1500 Metern nicht ganz so einfach ist, wie man sich das vorher gedacht hatte. Meines Erachtens wurden zudem systematisch Warnzeichen ignoriert.

Jede Baufirma sichert sich für den Fall ab, dass ihr Kran umfällt oder der Beton nicht hält. Wie kann es sein, dass der größte Mineralölkonzern der Welt im Zuge dieser Katastrophe derart dilettantisch agiert?

Bei BP herrscht das Diktat der knallharten Kostensenkung – und dafür wurde die Konzernleitung von Teilen der Wirtschaftspresse auch geradezu angebetet. Wie wir sehen, kann diese Einstellung auch dazu führen, dass Einsparungen wichtiger werden als die Sicherheit von Mensch und Umwelt. Erst im vergangenen Jahr wurde BP zu einer Millionenstrafe verurteilt, weil man Sicherheitsmängel, die in Texas City …

… wo 2005 eine Ölraffinerie explodierte und fünfzehn Menschen tötete …

offenkundig geworden waren, nicht behoben hatte. Auch im Rahmen der aktuellen Ölkatastrophe sind bereits mehr als hundert Klagen eingereicht worden. Dazu kommt, dass nun auch die amerikanische Politik hart gegen BP vorgeht, etwa indem sie die Haftungsbeschränkung aufheben will, die derzeit eine maximale Zahlung von 75 Millionen Dollar vorsieht.

US-Präsident Obama will auch die Abgaben der Ölfirmen erhöhen, um den Notfalletat für solche Katastrophen aufzustocken. Sehen Sie Unterschiede zwischen den einzelnen Konzernen? Sind einige schlimmer als andere?

Ich glaube nicht, dass es große Unterschiede gibt, am Ende ist es Zufall, welche der Ölfirmen es mit einer solchen Katastrophe erwischt. Aber BP ist als Firma leider auch in Sachen Klimawandel sehr verantwortungslos – da sie ihre Haltung in den vergangenen Jahren komplett geändert hat.

Inwiefern?

Unter dem alten CEO John Browne hatte sich BP beispielsweise verpflichtet, keine Ölsande abzubauen, weil dabei große Mengen CO2 freigesetzt werden. Doch seit 2007 Tony Hayward die Leitung des Konzerns übernommen hat, werden solche Projekte geplant. Was Hayward mit dem Satz kommentierte, es hätte früher bei BP zu viele Leute gegeben, die »die Welt retten wollten«.

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Blaues Wunder: der iSimangaliso Wetland Park in Südafrika

12. July 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Gewissermaßen als Schlusspunkt des südafrikanischen WM-Wahnsinns habe ich für ZEIT Online einen Text über den iSimangaliso Wetland Park am Ostkap geschrieben. Null Fußball, tonnenweise Tiere - und alles mit viel, viel Wasser. Denn:

Löwen und Giraffen vom Rücksitz eines Geländewagens aus zu fotografieren, das kann ja jeder.

Text & Foto: Christoph Koch

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Die besten Suchanfragen im Juni 2010

10. July 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Im letzten Monat, als die Tage noch kühler waren und noch niemand den Kraken namens Paul kannte, suchten die Menschen da draußen unter anderem nach folgenden Dingen:

Die besten Suchanfragen im Juni 2010

  • im knast frau macht schluss
  • 1 woche urlaub wie groß der koffer
  • erklär mir wie die menschen früher lebten
  • das gegenteil von fortschritt
  • wir verstecken uns nicht, christoph koch

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Die neue deutsche Hasswelle: Bücher gegen Lehrer und Eltern, Bahn und Banken

29. June 2010 von christophkoch· Neon

Sie wettern gegen Lehrer, Ärzte, Autofahrer, Supermuttis, die Deutsche Bahn und die allgemeine Verblödung. HASSBÜCHER haben Erfolg.

»Wir haben euch was mitgebracht – Hass! Hass! Hass!« Den Schlachtruf, den man sonst vorwiegend auf autonomen Demos hört, könnten derzeit auch Buchhändler ihren Kunden entgegenschleudern. Denn in ihren Regalen und auf den Bestsellerlisten wird gehasst, dass die Halsschlagader schwillt: Ärztehasser, Lehrerhasser, Elternhasser, Handyhasser – für alle gibt es ein Buch, manchmal auch schon zwei oder drei. Nicht immer tragen sie den Hass im Titel wie »Totalschaden – das Autohasserbuch«, stets aber im Herzen: »Die Dilettanten – wie unfähig unsere Politiker wirklich sind« heißen sie dann, oder »Supermuttis: eine Abrechnung mit den überengagierten Müttern«. Meist wird in ihnen von Insidern »ausgepackt«, mit Eliten »abgerechnet « und schonungslos »angeklagt« – und fast immer sehen ihre Umschläge aus wie eine kompakte Version der BILD-Zeitung: große Buchstaben, harte Worte, alles in Schwarz- Rot-Weiß.

»Diese Bücher sind definitiv sehr erfolgreich«, bestätigt der Berliner Literaturagent Michael Gaeb, »was man unter anderem daran sieht, dass die Verlage solche Konzepte immer wieder bei uns nachfragen.« Natürlich gibt es kritische Sachbücher zu verschiedenen Missständen nicht erst seit gestern. Neu sind der Hass und die Schamlosigkeit. Lehrer: faul. Ärzte: faul und gekauft. Politiker: faul und unfähig. Ostdeutsche: faul, unfähig und vom Fernsehen verdummt. Passend dazu hat sich in der Branche ein neuer Lieblingsausdruck entwickelt, wenn über Sachbücher gesprochen wird: steil.

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Doppelkekse und gute Verstecke – die besten Suchanfragen im Mai 2010

10. June 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Die Menschen sind auf der Suche nach den abenteuerlichsten Dingen. Ob sie ihre Antworten hier finden, vermag ich nicht zu sagen – manchmal nicht mal zu hoffen.

Die besten Suchanfragen im Mai 2010

  • reich und niemand weiß davon
  • machen männer wegen ins handy schauen schluss?
  • ich mag koch nicht
  • das benehmen in missouri usa
  • sketche zur beförderung eines kollegen
  • tätowieren lernen dvd download

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Neidgenossen – wenn man seinen Freunden nichts gönnen kann

01. June 2010 von christophkoch· Neon

Missgunst gegenüber den eigenen Freunden ist die Hölle. Vor allem, weil niemand sich dazu bekennt. Doch nur die wenigsten sind immun. Geständnisse eines Neiders.

Der Beginn meiner Karriere als Neider war ein Kindergeburtstag. Und das ist ausnahmsweise mal wörtlich gemeint. Mein Kindergartenfreund Oliver wurde fünf, und mit meiner Mutter suchte ich ihm ein Playmobil-Set mit zwei Rittern auf Turnierpferden aus. Als es zu Hause ans Einpacken ging, wurde mein Neid auf den zukünftigen Besitzer so groß, dass ich heimlich einen der Ritter aus der Schachtel holte, diese wieder zuklebte und nonchalant einpackte. Nicht einmal die traurige Verwunderung von Oliver konnte in meinem Kinderherz für Reue sorgen – der Neid war stärker gewesen.

Inzwischen habe ich es mir abgewöhnt, Playmobil- Ritter aus Geburtstagsgeschenken zu klauen. Neidisch bin ich jedoch heute noch. Oft und auf die unterschiedlichsten Sachen: Auf das angebliche Gehalt eines Freundes, von dem ich in einer bierseligen Runde höre (»Wie viel bekommt der? Aber doch nie im Leben netto? Und dann auch noch vierzehn Gehälter?«). Auf den Mut einer Bekannten, einfach so in die USA auszuwandern (»Dabei kann die doch nicht mal richtig Englisch!«) Auf den flachen Bauch eines Kumpels, mit dem ich einen Sommersonntag am See verbringe. Der Neid kommt schnell und unangekündigt und kann einem den bis dahin ungetrübten Tag so richtig versauen. Kaum jemand gibt offen zu, neidisch auf andere zu sein – schon gar nicht auf die eigenen Freunde -, aber ich glaube den meisten ihre tugendhafte Neidlosigkeit kein Stück.

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Pommeskostüm und verbrecherische Mithörer – Die besten Suchanfragen im April 2010

05. May 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Diesen Monat zwar insgesamt mehr Anfragen denn je, aber erstaunlich wenig skurrile. Werden etwa alle normal?

Die besten Suchanfragen im April 2010

  • wenn der letzte keinen neuen kaffe aufsetzt
  • kleider unter rüstung
  • interviewfragen an eltern mit migrationshintergrund
  • das mithören von handygesprächen ist ein verbrechen
  • sebi müssiggang
  • mcdonald pommes kostüm kostüm
  • mit einem satz sagen was eine regie ist
  • schlussmachen gemein
  • darf ich in meinem garten nackbaden?

Grafik: Google

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A bis Z: Endlich fit werden – Trainingstipps für Sportmuffel

26. April 2010 von christophkoch· Neon

Der Rücken tut weh, die Wampe muss weg. 26 Tipps, wie wir es schaffen, endlich unseren Hintern hochzukriegen …

Auf geht`s :

Das Wichtigste am sportlichen Engagement ist, dass man es dauerhaft durchhält. Zwei Wochen jeden Tag ans Limit gehen und danach entnervt aufhören, bringt nichts. Zwei Monate auch nicht. Sport muss selbst verständlicher Teil des Alltags werden – oder wie Muskelphilosoph und Fitnesskettengründer Werner Kieser es formuliert: »Wie Zähneputzen – nicht spektakulär, nicht furchtbar vergnüglich, sondern einfach nötig.« Und es stimmt: Die meisten Ausreden, die wir finden, um die Turnschuhe im Schrank zu lassen, sind Argumente, um erst recht loszulegen. Zu müde? Das kommt in der Regel von zu wenig Bewegung. Zu viel Stress in der Arbeit? Geht durch Sport zwar auch nicht weg, aber der Kopf wird frei und die Gedanken kommen mal in andere Bahnen.

Büro:

Minifitnesstipp 1: Statt mit dem Auto oder der U-Bahn wird ab sofort mit dem Fahrrad in die Arbeit oder Uni gefahren. Okay, wenn die Entfernung so groß ist, dass daraus eine Tour-de-France-Etappe wird, ist es auch erlaubt, zwei Stationen früher auszusteigen und diese zu Fuß zu gehen. Hauptsache, die Bewegung auf dem Arbeitsweg wird zur täglichen Gewohnheit.

Charakterstudie:

Folgende Typen sieht man beim Sport regelmäßig – ganz davon abhängig, wo man ihn treibt:
a) Der McFit-Spanner: Spricht Frauen grundsätzlich an, wenn sie gerade an der Beinpresse sitzen, und lädt sie zu einem Proteinshake an der Bar im »Relaxbereich « ein, während er – nur scheinbar geistesabwesend – seine Brustmuskeln zucken lässt. Sein T-Shirt-Aufdruck lautet: »Certified Boob Inspector«.
b) Der Kieser-Opa: Kommt mit dem Klapprad, trainiert stoisch seinen schmerzenden Rücken, schlüpft danach wieder in die Flechtsandalen aus Kunstleder und macht auf dem Rückweg ein paar Besorgungen bei Aldi. Sein T-Shirt-Aufdruck: »Imkerverband Schleswig-Holstein«.
c) Die Yoga-Süchtige: Legt Wert darauf, keine dieser »achselbehaarten Ökotanten« zu sein, sondern jemand, dem Morgengruß- und Hundefiguren »einfach nur guttun«. Single ist sie aus Leidenschaft, und wie sie früher ohne Erdbeer-Maracuja-Smoothies überleben konnte, weiß sie auch nicht so recht. Ihr T-Shirt-Aufdruck: »2raumwohnung – bleib geschmeidig«.

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Nach der Aschewolke – Vision einer Zukunft ohne Flugzeuge

20. April 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Für ZEIT Online habe ich einen Text des englischen Philosophen und Autoren Alain de Botton über die vielleicht positiven Auswirkungen der Aschewolke übersetzt, die in den vergangen Tagen den Luftverkehr über Europa lahmgelegt hatte. In seiner Zukunftsvision einer Welt ohne Flugzeuge schreibt er unter anderem:

In Heathrow, inzwischen längst in ein Museum umgewandelt, könnte man ohne Hast quer über beide Startbahnen laufen und sogar der Versuchung erliegen, sich im Schneidersitz direkt auf den Mittelstreifen zu setzen – eine Geste, die den gleichen erhabenen Nervenkitzel verspräche, mit dem man eine abgeschaltete Hochspannungsleitung berührt, vorsichtig die Zähne eines narkotisierten Haifischs befühlt oder sich im Badezimmer eines gefallenen Diktators die Hände wäscht.

Den gesamten Text kann man hier lesen.

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Alain de Botton ist in Sachen Flughäfen und Luftfahrt gewissermaßen vom Fach: Wo andere Autoren als “Stadtschreiber” für eine Weile nach Sindelfingen oder Erfurt gehen, verbrachte der Brite im vergangenen Jahr eine Woche im Terminal 5 des Flughafens Heathrow.  Das Buch, das daraus entstanden ist, gibt es hier.

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Eine schöne Abenteuergeschichte von Google-Fan Jeff Jarvis über seine Flucht von der re:publica in die amerikanische Heimat steht hier, weniger Glück hatte Micah Sifry vom US-Blog TechPresident, der hier anschaulich beschreibt, wie er mithilfe von Twitter und Blogs versuchte, der Lage Herr zu werden.

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Denkhüte und nette Wörter – Die besten Suchbegriffe im März 2010

08. April 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Neues aus den Suchmaschinen. Was führte die Menschen im vergangenen Monat hierher?

Die besten Suchbegriffe im März 2010

  • wie wird man vom kumpel zum freund?
  • lied übers duschen
  • ritalin aus der nase ziehen
  • begriffe die wie berufe klingeln aber keine sind
  • mein leben nach der pornokarriere
  • wie halten wrestler die schmerzen aus?
  • nette wörter die mit z beginnen
  • welcher koch hat es in den duden geschafft?

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